FRANZISKA MEGERT

 

 

Kurzbiografie

Ausstellungsverzeichnis

Bibliografie

 

Videoinstallationen

Videobänder

Personality-Syntality 18´, b/w, 1981
Ontogenese 18´, b/w, 1981/82
Phylogenese 18´, b/w, 1981/82
interindividuelle Unterschiede 3,5´, b/w, 1982
intraindividuelle Unterschiede3,5´, b/w, 1982
Totentanz 15´, b/w, 1982
Plus Minus, Auflösung 6,5´, b/w, 1982
schachmatt 8´, b/w, 1983
Sweet Dressing 3,5´, c, 1983
Opusculum 3,5´, c, 1983
creazione 4,5´, c, 1984
Paranoia 7´, b/w, 1984
Klaviersolo für Video 5´, b/w, 1985/86
...so erinnern wir uns dennoch ein wenig... 7,5´, c,1986
auf Rosen gebettet 5,5´, c, 1987
Das Spiel mit dem Feuer oder die Feuerprobe 4,5´, c,1989
OFF 2,5´, c,1989
Christian Megert 1961-64, 15´, c, 1990
Die Pyromaler 4´, c, 1990
Kreuzverhör 6,2´, c, 1990/91
Arachne - Vanitas 4´, c, 1992
Die Unfähigkeit, mit dem Geheimnis eines fremden Himmels fertig zu werden 2, 5´, c, 1992

Videodokumentationen

 

Computeranimationen

Architektursimulationen

 

Projekte

 

Teamworks:

DVDs (Digital Versatile Disc)

Collagen

Fotoserien/Prints

Filme

  Videobänder:

 

Die Unfähigkeit, mit dem Geheimnis eines fremden Himmels fertig zu werden, (Zitat aus <Proust> von Samuel Beckett) 2,5´, c, 1992
Der Himmel als Grenzenloses und Ewiges trägt das Geheimnis der Vergänglichkeit. Mit dem Geheimnis werden wir nicht fertig; es entzieht sich dem Augenblick (und auch der Fotokamera: ein Still vom Bildschirm gibt keine Einsicht, da die Bewegung in einer fünfundzwanzigstel Sekunde nicht festgehalten werden kann).

 

Kreuzverhör 6,2´, c, 1990/91.
Die Videoinstallation Kreuzverhör bezieht sich auf Friedrich Dürrenmatts politische Rede "Die Schweiz - ein Gefängnis", die er am 22. November 1990 anläßlich der Verleihung des Gottlieb-Duttweiler Preises an Václav Havel gehalten hat. In dieser Rede (und in seinem ganzen Werk) empfindet Dürrenmatt den Menschen als paradoxes Wesen. Er sieht die Schweiz als prosperierendes Gefängnis der Neutralität, in das die Schweizer frei als Gefangene geflüchtet sind. Da ist jeder Gefangene sein eigener Wärter, der sich selbst, seine eigene Freiheit, das Bankgeheimnis, das Kapital und die Konsumkultur bewacht. Jetzt schicken wir uns an, "die angebliche Gefängnisgründung vor siebenhundert Jahren zu feiern ... nun wissen wir nicht, was wir feiern sollen, das Gefängnis oder die Freiheit. Feiern wir das Gefängnis, fühlen sich die Gefangenen gefangen, und feiern wir die Freiheit, so wird das Gefängnis überflüssig. Weil wir aber nicht ohne Gefängnis zu leben wagen, werden wir wieder einmal unsere Unabhängigkeit feiern, denn im unabhängigen Gefängnis unserer Neutralität ist es von außen für niemand auszumachen, ob wir gefangen oder frei sind."*
*in "Kants Hoffnung" Friedrich Dürrenmatt, Diogenes 1991

 

 

Die Pyromaler 4´, c, 1990.
Die Geschichte eines traditionellen Bildes wie sie seit Jahrhunderten abläuft: von der weißen Leinwand über den Farbauftrag zur Hängung und Inauguration - mit Goldrahmen, wild und manisch der heutigen Mode entsprechend. Eine Tradition, die von der digitalen Technologie eingeholt wird. Die neuen Bilder sind ins Bild gesetzte Kalkulation (computergeneriert), sie sind transitoisch, haben keine Geschichte und niemand kann sie besitzen. Die Fotografie hat die Malerei verändert; heute jedoch entzieht sich die zeitgenössische Malerei der Irritation durch die neusten Medien.

 

 

OFF 2,5´, c,1989
OFF zeigt das Bild, welches wir im Moment des Ausschaltens des Fernsehgerätes sehen. Diese flüchtigen Augenblicke sind einige hundert Male hintereinander geschnitten. Destabilisierung der zeitlichen Dimension durch den Rausch der Geschwindigkeit und die Faszination der Beschleunigung. Im digitalen Zeitalter werden maschinelle Beschleunigung und Geschwindigkeit in dem Masse ansteigen, so daß bevor das Spektakel auf dem Bildschirm anfängt, es bereits schon beendet ist, ausgeschaltet wird. Der Beginn ist sein gleichzeitiges Ende. Eine neue Ästhetik, wo Konstanz und Kontinuität aufgehoben sind - die >Ästhetik des Verschwindens<, die in ihrer letzten Konsequenz nicht nur zum OFF der Bilder und Simulationen sondern zum totalen OFF führen kann.

 

 

Das Spiel mit dem Feuer oder die Feuerprobe 4,5´, c, 1989
Das Video besitzt erotische, fröhliche, aber auch aggressive und destruktive Komponenten. Zwei Porträts sind auf spezielle Weise zu einem neuen Gesicht zusammengesetzt . Im Porträt eines Mannes brennt ein Feuer, in dessen tanzenden und lodernden Flammen sich Fragmente eines weiblichen Porträts zeigen. Diese Fragmente konstruieren, zerstören und integrieren sich in das Männer-Portrait und provozieren eine Synthese. Wenn das Feuer zu stark wird oder zu schwach, verschwindet eines der Porträts, und die Symbiose endet - eine Visualisierung von Beziehungsstrukturen.

 

 

auf Rosen gebettet 5,5´, c, 1987
Das Videoband ist ein Auszug aus den 16 einundzwanzig-minütigen Bändern der Videoinstallation gleichen Namens: aneinander montierte Ton- und Bildausschnitte aus verschiedenen Segmenten eines "bewohnten" Doppelbettes. Ausschnitte, die als solche in dieser Art kaum wahrgenommen werden, die jedoch eine je nach emotioneller Situation des Betrachters ihre eigene Sprache sprechen. Bild und Ton geben kaum eindeutige Hinweise über ein spezifisches Geschehen, sie lassen nur Assoziationen und Vermutungen aufkommen und provozieren ein Nachdenken über den paradoxen Platz Bett, wo sich ein Großteil des Lebens abspielt.

 

 

...so erinnern wir und dennoch ein wenig... 7,5´, c,1986
Sich erinnern an Namenloses, das kaum zu benennen ist, an die Bewegung der Seelen, an den Ursprung der Welt und der Erde, an schattenhafte präexistentielle Sphären bis zurück zum "hieros gamos".

 

 

creazione 4,5´, c, 1984
Creazione hat seinen Ausgangspunkt in Michelangelos "La creazione dell´ Uomo" und ist eine Weiterentwicklung des Themas. Musik: Haydn (die Schöpfung) und Ursula Dudsiak (Stimme), Adam Makovicz (Instrument)

 

 

Opusculum 3,5´, c, 1983 (mit Helga Dürr, Doris Schröder, Birgit Braun).
Eine Bewegungs-Interaktion zwischen drei Tänzerinnen: Zwei Tänzerinnen integrieren sich durch ihre farbliche Angleichung an den Hintergrund in den Bildraum, so daß sie nur im Kontext zu der dritten Tänzerin für den Betrachter wahrnehmbar werden. Durch die Überlagerung verschwindet zugleich die schwarze Figur oder es bleiben nur noch einzelne Teile von ihr übrig - ähnlich einer akustischen Situation beim Abstimmen von Musikinstrumenten.

 

 

Sweet Dressing 3,5´, c, 1983:
Abstrakte Formen und Bewegungen bauen sich zu einer vertrauten Szene auf. (Eine unsichtbare Frau und ein unsichtbarer Mann ziehen sich an, wobei ausschließlich die Kleider sichtbar sind; dazu ertönt der Lärm aus einer Bahnhofshalle, ankommende und abfahrende Züge).

 

 

Klaviersolo für Video 5´, b/w, 1985/86
Das Video gehört mit schachmatt und Plus Minus, Auflösung zu einer Trilogie, die aus positiv/negativ-Überblendungen besteht. Der Pianist spielt zwei Stücke (Bach und Rachmaninov); gefilmt wurde er dabei einmal mit normalen hell/dunkel Werten (positiv) und das zweite Mal mit Vertauschung der hell/dunkel Werte (negativ). In der Nachbearbeitung sind Positiv und Negativ überlagert, d.h. in einer Bildabfolge übereinanderkopiert worden. Durch die positiv/negativ-Überlagerung heben sich die statischen Elemente wie Flügel und Klavierstuhl (beinahe) visuell auf, währenddem die Abweichungen in den Körperbewegungen des Pianisten als intraindividuelle Unterschiede im grauen Feld durch schwarze bzw. weiße "Blitzer" hervorgehoben werden.

 

 

schachmatt 8´, b/w, 1983
Eine Person (d.h. deren antagonistische Tendenzen, dargestellt an ihrer positiven und ihrer negativen Figur) spielt mit sich selbst und auf ihre eigene Art und Weise Schach.

 

 

Plus Minus, Auflösung 6,5´, b/w, 1982
Wir sehen zwei Antagonisten, die dasselbe Ziel haben, dieselben Handlungen ausführen, genau dieselben Werkzeuge und Möglichkeiten besitzen - ihr einziger Unterschied ist der Blickwinkel. Die beiden sind eine Person, die in ihr positives und ihr negatives Bild geteilt ist. Immer wenn die "positive" Person eine horizontale Linie über eine vertikale Linie legt und so ein Zeichen in Form eine Plus (+) zu konstruieren versucht, übermalt die "negative" Person die horizontale Linie mit demselben Material und zerstört so das Zeichen. Am Ende haben die Personen die Ergebnisse ihrer Handlungen zerstört und außerdem sich selbst. Nichts bleibt.

 

 

Totentanz 15´, b/w, 1982
An den Orten des alten Ägypten habe ich mit den Toten gelebt, war ich Tote zwischen den Unsterblichen, fühlte ich die Vergangenheit und die Zukunft, die die unsterblichen Toten sind. Totentanz ist ein Essay über das Begreifen und Verstehen dessen, was nicht begreifbar ist und unverständlich bleibt.

 

 

interindividuelle Unterschiede 3,5´, b/w, 1982
intraindividuelle Unterschiede 3,5´, b/w, 1982
Am Anfang des Bandes sehen wir eine Person, die die Worte "interindividuelle Unterschiede" schreibt und ins Off geht. Diese Episode wiederholt sich siebenmal, beim zweitenmal sieht man aber eine zweite Person, die dieselben Worte schreibt. Ihre Aktion wird über die der ersten Person geblendet. Bei der dritten Episode werden die ersten beiden Episoden über die Aktion einer dritten Person geblendet, die ebenfalls die beiden Worte schreibt. Die jeweils letzte Episode ist immer der Zeitpunkt für das Weggehen der folgenden. Die Aktionen wiederholen sich, bis es sieben Überblendungen sind. Das andere Band hat dieselbe Struktur, dieselben Überblendungen und dieselbe Montage, hier ist aber nur eine Person, die immer wieder "intraindividuelle Unterschiede" schreibt. Das Individuum ist einzigartig. Es unterscheidet sich von anderen durch seine Aktionen und Reaktionen, sogar wenn die Situationen objektiv identisch sind. Eine Kopie gibt es nicht, nur eine Art von Wiederholung. Ein Individuum schafft es nicht einmal, die eigenen Aktionen zu wiederholen, obwohl es mehr Homogenität in seinem Verhalten entwickelt, verglichen mit dem der anderen. Diese ihm eigene Homogenität und der Unterschied zwischen ihm und den anderen verleiht ihm seine Individualität.

 

Ontogenese 8´, b/w, 1981/82
Phylogenese 8´, b/w, 1981/82

 

 

Personality-Syntality 18´, b/w, 1981
Zunächst wird ein Porträt gezeigt, das dann mit dem Bild einer zweiten und einer dritten Person überblendet wird, bis 5 verschiedene Porträts sich überlagern. Dadurch ist der Zuschauer nicht mehr in der Lage, zwischen einzelnen individuellen Zügen zu unterscheiden oder die Physiognomie eines Individuums zu erkennen. Was gesehen wird, ist eine neue Persönlichkeit, die der Gruppe (Syntality). Das bedeutet, daß das Ganze andere Eigenschaften aufweist als seine einzelnen Komponenten. Der Charakter einer Gruppe wird durch die Stellung seiner Mitglieder zueinander gebildet, er besteht in der Struktur der Gruppe. Ändert sich eines von ihnen, so verändern sich auch die anderen und damit ändert sich auch das Wesen der Gruppe, in der es existiert.